Schulprogramm

 

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Schulprogramm 2000, 2001 (1).pdf (463.11KB)
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Präambel

Im äußersten Süden von Köln im Stadtgebiet Zündorf  liegt die Hauptschule Heerstraße, die Johann-Amos-Comenius Schule. Die Stadtrandlage prägt die Umgebung der Schule. Felder, das beliebte Ausflugsziel der „Groov“ in unmittelbarer Rheinlage und die zahlreichen Einfamilienhaussiedlungen lassen kaum die Vermutung aufkommen, in der Großstadt Köln zu sein.

Dem Ratsbeschluss der ehemaligen Stadt Porz verdankt die Johann-Amos-Comenius-Schule seit 1976 ihren heutigen Standort im Schulzentrum Zündorf. Hier leben und arbeiten wir zusammen mit den Schülerinnen und Schülern und den Kolleginnen und Kollegen von Realschule und Gymnasium.

Wir nutzen die Vorteile eines Schulzentrums (z.B. die ca. 20000 Bände starke Lehrer- und Schülerbücherei, die eigenen Sportplätze) bewahren uns aber unseren Freiraum und die räumliche Trennung gegenüber den anderen Systemen, um uns ganz unserer Aufgabe, der Bildung und Erziehung der uns anvertrauten Schüler zu widmen. Orientierung zu geben, auch räumlich, hilft unseren Schülern, nicht nur  bei den ersten Schritten weg von der Grundschule hin in die Sekundarstufe I.

Die geographische Lage und das soziale Umfeld bedingt, dass das Einzugsgebiet der Schule sehr groß ist und wir in jedem Jahr die Fünftklässler aus ca. 10 Grundschulen aufnehmen. Daraus werden in der Regel drei Klassen gebildet. Diese Dreizügigkeit wird bis zur Stufe 10 durchgeführt und jeder Klassenlehrer begleitet seine Klasse. Zugunsten der Schüler, die einen qualifizierten Abschluss erreichen wollen, richten wir in dieser Stufe zusätzlich eine Klasse ein, um die Qualität dieses Abschlusses sichern zu können.

Zwischen 400 und 450 Schülern u. Schülerinnen werden so von etwa 25 Lehrerinnen und Lehrern auf ihren nächsten Lebensabschnitt vorbereitet.

In Zeiten, in denen Schule im Blickpunkt der Gesellschaft steht, in der sie verstärkt der Kritik und Schuldzuweisung verschiedenster gesellschaftlicher Gruppierungen ausgesetzt ist und doch häufig mit ihren Problemen alleingelassen wird, stellen sich die Kolleginnen und Kollegen der Hauptschule Heerstraße jeden Tag mit all ihren Kräften ihrer Aufgabe.

Wir wissen, dass Kinder lernen wollen und richten uns danach indem wir unsere Schüler fördern und fordern. Damit haben wir ein Fundamentum mit dessen Hilfe – so behauptet Johann-Amos-Comenius – „die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen; in den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt“.

 

Köln, im März 2000


1.     Leitsätze für unser Handeln

Wir sind ein Kollegium, das über pädagogisches Verhalten, unterrichtliche Ziele und eine gemeinsame Gestaltung des Schullebens Vereinbarungen trifft.

Wir sehen in unserer alltäglichen Arbeit einen bildungspolitischen Auftrag, Kindern mit schwierigen Biographien zu helfen, einen akzeptierten Platz in der Gesellschaft zu finden. 

Wir nehmen den Unterrichtsauftrag zur Wissensvermittlung und den Erziehungsauftrag zum sozialen Lernen wahr. Wir sorgen für ein Schulklima, in dem unsere Schülerinnen und Schüler Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein entwickeln und gute Leistungen erbringen können.

Wir fordern und fördern Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernbedingungen.

Wir überprüfen unsere Unterrichtsangebote bezogen auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler. 

Wir entwickeln in den Fachkonferenzen/Stufenkonferenzen Konzepte für schülerorientiertes Arbeiten.

Wir berücksichtigen den Fortschritt in Wissenschaft und Forschung bei der Auswahl der Bildungsinhalte. (Wir bilden uns fort.) 

Wir übernehmen Aufgaben und die Mitverantwortung für die Gestaltung unserer Schule für die Zukunft

2.     Arbeitsfelder

2.1      Unterricht

Die Hinführung zu Selbsttätigkeit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind die obersten Leitziele unseres Unterrichts.

Wir machen unsere Schülerinnen und Schüler vertraut mit elementaren Lern-, Arbeits-, Gesprächs- und Kooperationstechniken.

Durch Partner- und Gruppenarbeit wird ihre Teamfähigkeit geschult. Dabei lernen sie den Umgang mit verschiedenen Lernstrategien kennen.

Der fächerübergreifende sowie der handlungsorientierte Unterricht sollen die Schüler befähigen, lebensnah an bestimmten Fragestellungen zu arbeiten. Dabei ist der Kontakt zu außerschulischen Institutionen nützlich. Die Schulbibliothek dient als zusätzlicher Lernort.

In Teambesprechungen werden unter anderem Parallelarbeiten vor- und nachbereitet, so dass ein ständiger Vergleich bezüglich des Erreichens der Lernziele gegeben ist.

Unterrichtsreihen zum sozialen Lernen, Unterrichtsgänge und Projektwochen stärken das „Wir-Gefühl“ von Klasse und Stufe.

In jeder Doppelstufe werden verbindliche Themen, fächerübergreifend behandelt. Die Themenfindung erfolgte in Konferenzen auf der Basis der Richtlinien unter Berücksichtigung von Elternanregungen und Schülerinteressen.

  

Stufe 5/6

  
  

Wir   lernen uns kennen

  

Wir   arbeiten mit verschiedenen Werkstoffen

  

Migration

  
  

Stufe 7/8

  
  

Gesundheitserziehung   –Suchtverhalten

  

Jugendkriminalität

  

Freizeit

  
  

Stufe 9/10

  
  

Medien

  

Berufswahlvorbereitung

  

Lebensplanung

  

Diese Themen werden im nächsten Schuljahr evaluiert.

2.1.1     Fachunterricht

Der Fachunterricht in unserer Hauptschule orientiert sich in den aufgeführten Fächergruppen (SP,AH/AT, KU/TX, NW) an den Prinzipien der Handlungsorientierung.

Ganzheitliches Lernen steht im Mittelpunkt der Konzeption, so dass wesentlich der Aspekt der praktischen Arbeit in Planung und  Herstellung von Werkstücken und Kunstobjekten, sowie der Durchführung naturwissenschaftlicher Experimente etc. zum Tragen kommt.

In den Fachbereichen Technik und Hauswirtschaft, Kunst- und Textilgestaltung werden möglichst kleine Gruppen gebildet. Damit erhalten die Schüler und Schülerinnen bei der praktischen Arbeit die erforderliche intensive Betreuung und ihre Sicherheit im Umgang mit Werkzeugen, Geräten und Maschinen wird gewährleistet. So können auch komplexere Arbeitsabläufe realisiert werden.

Im naturwissenschaftlichen Unterricht (Physik/Chemie) steht das Schülerexperiment im Vordergrund. Daher wird der Unterricht auch hier – wenn möglich – bei einer Gruppenstärke von max. 18 Schülern erteilt.

Für das kommende Schuljahr ist ein Curriculum mit Gruppenexperimenten für die Orientierungsstufe in Ausarbeitung, das  auch fachfremden Kollegen ermöglicht, dieses Fach zu unterrichten.

Sportunterricht

  

Ist

  

zweistündig   pro Woche

  

in   allen Stufen koedukativ

  

Schwimmunterricht   in der Stufe 5

  

Bundesjugendspiele   alle zwei Jahre

  
  

Soll

  

Geschlechterertrennung   in den Stufen 8 und 9

  

Gymnastik / Tanz / Fitness/   „Lifetime“-Sportarten

  

Sportfeste

  

Sportfreizeiten   als Klassenfahrten

  

 

2.1.2     Unterricht in der Orientierungsstufe

Da die Schüler unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen, ist eine innere Differenzierung erforderlich. Diese wird u.a. durch Wochenplan- und Freiarbeit umgesetzt. Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht dienen dem Aufarbeiten  von Lerndefiziten.

Regelmäßig stattfindende Autorenlesungen sowie Vorlesewettbewerbe fördern das Leseinteresse und das Beschäftigen mit Literatur.

Arbeitstechniken, die in Stufe 5 besonders trainiert werden, sind:

Aktives Zuhören (einzuüben mit Hilfe von Kästchendiktaten, Aufmerksamkeitstrainings, Begrüßungsritualen)

Arbeitsplatzgestaltung (dazu angeschafft und eingeführt: Ordnungsmaterialien wie Ordner und Ablagefächer, Ordnungsdienst und Tafeldienst)

Heftgestaltung

Zusammenarbeit/Gruppenarbeit (einzuüben mit Hilfe von Spielen, Kreisgesprächen und Interviews)

Lernstrategien (Vokabellernen im 5er-Lernschritt mit Lernkasten)

Für Stufe 6 gilt:

Arbeitsplatzgestaltung (dazu gehört auch: Klassenraumgestaltung nach Jahresrhythmus und Festen, eine Leseecke, Boxen für Material, Präsentation von Arbeitsergebnissen, Pinwand für Termine).

Heftgestaltung (s.o.)

Lesetechniken

Arbeitsplanung (Wie übe ich eine Klassenarbeit?)

Lernstrategien (s.o.)

   

2.1.3     Unterricht in Stufe 7/8

In den Stufen 7/8 sehen wir den erzieherischen Schwerpunkt in der Begleitung der Jugendlichen bei ihrer Identitätsbildung, der Entwicklung von Ich-Stärke innerhalb ihrer Peergroup und dem disziplinierten Umgang mit sich selbst und anderen.

Im Hinblick auf die künftige Berufsfindung  versuchen wir sie zu unterstützen in ihrer Fragestellung:

Wer bin ich? – Was kann ich? – Was will ich?

Die methodischen Schwerpunkte dieser Stufe sind:

sich selbstständig informieren (Duden-Training, Nachschlagewerke kennen  und benutzen lernen, Bibliothek selbstständig nutzen).

Strukturierung von Informationen

Erweiterung der Lesetechniken

Organisation von Arbeitsschritten

2.1.4     Unterricht in Stufe 9/10

Der Unterricht in dieser Stufe steht ganz im Zeichen der Orientierung „Was kommt nach der Schule?“ Dies beinhaltet für den Schüler eine individuelle, eine inhaltliche und eine soziale Qualifizierung  in größtmöglichem Umfang. Schwerpunkte sind das Praktikum in der Stufe 9 und das Jahrespraktikum in der Klasse10 A.

Arbeitstechniken:

Systematische Textarbeit und –analyse

Kommunikationstraining (Bewerbungstraining)

Informationen beschaffen, nutzen

2.1.5     Computereinsatz im Unterricht

Der Bedeutung des Computers im täglichen Leben wird die Schule gerecht durch seinen Einsatz und Gebrauch bei

der Textverarbeitung (Bewerbung, Lebenslauf,...)

der Nutzung des Internet für fachbezogene Recherchen

dem Einsatz von Lernprogrammen

der Erstellung einer Schülerzeitung (Textverarbeitung, grafische Gestaltung, Infos aus dem Internet)

2.1.6     Berufswahlvorbereitung

Ein besonderes Anliegen der Hauptschule ist die Berufswahlvorbereitung, die den Schülern gezielte Hilfen zur persönlichen Orientierung und individuellen Lebensplanung geben soll.

Ziel der Berufswahlvorbereitung ist es, die Jugendlichen zu sachkompetenten, möglichst selbstbestimmten und sozial verantwortbaren Berufswahlentscheidungen in möglichst realistischer Einschätzung der Bedingungen am Arbeitsmarkt zu führen. Dazu ist es notwendig, dass sie Entscheidungskriterien und Entscheidungsmöglichkeiten erarbeiten, Erfahrungs- und Informationsquellen nutzen, berufliche Alternativen gewichten sowie deren Realisierungschancen einschätzen lernen. Sie müssen darüber hinaus in die Lage versetzt werden, ihre Berufswahlentscheidung in situationsgerechtes Handeln umzusetzen.

Berufswahlvorbereitung im weiteren Sinne findet ab der Klasse 5 statt, indem jeder Schüler seine Stärken, Schwächen, seine Position in der Gruppe/Klasse in verschiedenen Fachzusammenhängen kennen- und einschätzen lernt.

Dabei wird unter pädagogischen Aspekten besonderer Wert gelegt auf Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Konflikt- und Teamfähigkeit. Diese Schlüsselqualifikationen sind im späteren Berufsleben besonders gefordert.

Ab Stufe 7 wird die Berufswahlvorbereitung differenzierter gestaltet durch Betriebserkundungen, um ein realistisches Bild der Berufswirklichkeit zu vermitteln. Vorgesehen sind Erkundungen in unterschiedlichen Handwerksbereichen.

In Stufe 8 geht es für den Schüler darum, sich über seine individuellen Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Zusammenhang mit beruflichen Anforderungen klar zu werden, um einer späteren Entscheidung näher zu kommen. Hierzu werden auch die Hilfen des Arbeitsamtes (Mach’s richtig) genutzt. Durch Betriebserkundungen im Bereich Handwerk und Dienstleistung, je nach Interessenlage der Schüler, soll ein möglichst umfassender Einblick in den Arbeitsalltag gewonnen werden.

Zu Beginn der Klasse 9 (bis zu den Herbstferien) wird eine Projektwoche durchgeführt, in deren Verlauf der Schüler nach individueller Interessenlage drei Betriebe/Einrichtungen aus den Bereichen Handwerk, Industrie und Dienstleistung kennen lernt und reflektiert. Erfahrungen aus diesen Erkundungen sollen richtungsweisend für die Wahl des ersten Praktikums und die berufliche Ausrichtung sein. Das erste dreiwöchige Praktikum erfolgt im zweiten Halbjahr. Darüber hinaus wird ab Klasse 9 ein Bewerbungstraining durchgeführt mit den Schwerpunkten

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

computerunterstützte Erstellung einer Bewerbung/eines Lebenslaufs

Telefontraining

In Stufe 9 beginnt auch die direkte Zusammenarbeit mit dem Berufsberater sowie das Kennenlernen der verschiedenen Einrichtungen des Arbeitsamtes für die Berufswahl.

In den Klassen 10A liegt der Schwerpunkt der Berufsvorbereitung auf dem Jahrespraktikum. Nach einem zweiwöchigen Einführungspraktikum zu Beginn des Schuljahres sind die Schüler jeweils einen Tag in der Woche in ihrem Praktikumsbetrieb. Durch das Jahrespraktikum haben sie die Möglichkeit, ihre individuelle Leistungsfähigkeit längerfristig unter Beweis zu stellen und damit ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen.

Die Schüler der Klasse 10B absolvieren im ersten Schulhalbjahr ein dreiwöchiges Blockpraktikum. Außerdem wird in Stufe 10 das Bewerbungstraining erweitert um die Schwerpunkte

Vorstellungsgespräch

Testtraining

auch mit Unterstützung außerschulischer Organisationen wie DAK, Barmer und Tertia. Die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Berufsberater soll den Übergang in den Beruf oder eine weitere schulische Laufbahn erleichtern.

Darüber hinaus werden projektorientiert Themen zur Lebensplanung behandelt. 

2.2      Erziehung

2.2.1     Werte, die unsere Erziehungsarbeit tragen

  

 

 

2.2.2     Erziehungsarbeit an unserer Schule

Unsere Erziehungsarbeit wird von den oben genannten Werten getragen. Werteerziehung findet auf verschiedenen Ebenen (nämlich auf der Ebene der Unterrichtsinhalte, der Unterrichtsmethoden, der täglichen Erziehungsarbeit und der Elternarbeit) statt. Erwachsene haben dabei eine Vorbildfunktion, die sich bei den Lehrern z.B. in der Gestaltung ihrer Teamarbeit zeigt. Dabei beachten wir:

Verschiedene Charaktere von Lehrerpersönlichkeiten müssen bereit sein zur Zusammenarbeit, Offenheit und Akzeptanzbereitschaft gegenüber unterschiedlichen Standpunkten (Teamfähigkeit)

Gemeinsame Unterrichtsvorbereitung, so dass auch bei Vertretungsunterricht sinnvoll weitergearbeitet werden kann

Ständige Vor- und Nachbesprechungen (Teamgespräche der Klassenlehrer, Stufenkonferenzen)

Gleichmäßige Verteilung von Arbeitsbelastung (dadurch entsteht auf Dauer eine Entlastung der einzelnen Kollegen im Team)

Viele Fächer werden von Parallelklassenlehrern abgedeckt ( Schüler erhalten dadurch mehrere feste Bezugspersonen, da jeder Kollege auch Verantwortung für die Parallelklassen übernimmt)

Wir–Gefühl innerhalb der Stufe bauen wir auf durch gemeinsame Feiern, Ausflüge und Klassenfahrten

Wir nehmen uns Zeit für erzieherische Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern und für Elterngespräche.

Die KlassenlehrerInnen decken in den unteren Klassen möglichst viele Fächer in der eigenen Klasse ab, denn

die Schüler benötigen eine feste Bezugsperson;

die KlassenlehrerInnen lernen verschiedene Facetten der Schülerpersönlichkeit in den unterschiedlichen Fächern kennen und können aufgrund dieser Kenntnis von Stärken, Schwächen und besonderen Begabungen der Schüler durch gezielte Förderung die Schullaufbahn positiv beeinflussen;

es erleichtert die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, mit außerschulischen Institutionen zusammenzuarbeiten, um SchülerInnen und ihren Familien bei persönlichen und sozialen Problemen ( Unruhe und Konzentrationsschwäche, Sucht, Misshandlung, Sexueller Missbrauch) Hilfestellung zu geben (Beratung).

Wir möchten die Demotivation unserer Schüler und Schülerinnen in der Eingangsstufe  aufheben und ihre persönlichen Lerndefizite abbauen. Deshalb ist einer unserer Arbeitsschwerpunkte in der Orientierungsstufe die individuelle Förderung mit der wir eine neue Leistungsmotivation aufbauen. Ein einheitliches Konzept dazu wird noch erarbeitet.

Es wird im Unterricht dafür geworben, dass auch beim Berufspraktikum Mädchen typische „Männerberufe“ und Jungen typische „Frauenberufe“ kennenlernen, um ihre Berufsperspektiven über die traditionellen Geschlechterrollen hinaus zu erweitern.

Weitere Konzepte zu geschlechtsspezifischen Bildungsangeboten – etwa unter der Fragestellung „Was brauchen die Jungen, um sich zu selbstbewussten jungen Männern, was brauchen die Mädchen, um sich zu selbstbewussten jungen Frauen entwickeln zu können?“ sind in Arbeit. Geplant sind z.B. Selbstverteidigungskurse.

Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern helfen, mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Dazu bilden wir Schüler und Schülerinnen ab der 9. Klasse zu Streitschlichtern aus. Ein Programm zum Trainieren der sozialen Kompetenz in den einzelnen Jahrgangsstufen wird noch erarbeitet (in Zusammenarbeit mit dem Bezirksjugendamt und der Polizei).

Weiter steht zur Entwicklung an:

Hausaufgabenbetreuung mit dem Ziel, den Kindern zusätzliche Hilfen beim Erlernen von Arbeitstechniken zu bieten

Die Überarbeitung der Schulordnung

2.3      Zusammenarbeit mit Eltern

Es versteht sich von selbst, dass wir eine gute Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern zum Wohle der Schüler erreichen müssen.

Neben den im Schulmitwirkungsgesetz festgelegten Kontakten in Klassen- und Schulpflegschaften, in Klassen-, Fach- und Schulkonferenzen sowie bei Elternsprechtagen gibt es den sehr aktiven Schulförderverein. Für unsere Schüler finden Klassen – und Schulfeiern mit Eltern statt. Außerdem unterstützen die Eltern die Schule bei Projekten und Exkursionen.

Selbstverständlich gibt es einen regen Informationsfluss per Telefon, denn Gesprächsbereitschaft ist uns wichtig!

2.4      Kooperation mit Schulen und anderen Institutionen

Unterrichtliches Lernen darf nicht auf das Geschehen im Klassenzimmer beschränkt werden. Eine Öffnung zur Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Institutionen ist sinnvoll.

So sollen den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten eröffnet werden, sich zur Vertiefung des Lernstoffes Informationen sowohl in eigenständiger Weise als auch unter Anleitung von Fachleuten zu beschaffen. Das ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen. Dazu sind entsprechende Listen zu schulischen und außerschulischen Lernorten und Beratungsstellen erstellt. Die Inhalte dienen zur Unterstützung und Ergänzung bei den geplanten Vorhaben  der einzelnen Stufen (vgl. Unterricht, S. 5 ff)

Außerschulische Lernorte in Verbindung mit den für die Stufen verbindlichen Schwerpunktthemen

Die Institutionen für die  außerschulische Lernorte zu den nachfolgenden Schwerpunktthemen der einzelnen Stufen befinden sich im Anhang ab Seite 30 – 33.

 

  

Stufe 5/6

  
  

v   Wir   lernen uns kennen

  

Ökumenischer   Gottesdienst

  

Wir arbeiten mit verschiedenen Werkstoffen

  

Abfallversorgung   und Verwertungsgesellschaft

  

Migration

  

Besuch   der Moschee in Niederkassel-Lülsdorf

  

Interkulturelles   Jugendmuseum

  
  

Stufe 7/8

  
  

Gesundheitserziehung –Suchtverhalten

  

Suchtberatungsstellen

  

Jugendkriminalität

  

Kriminalpolizei,   Dezernat Vorbeugung

  

v    Freizeit

  

Vereine

  
  

Stufe 9/10

  
  

Medien

  

Lokalzeitung,   WDR

  

Berufswahlvorbereitung

  

Betriebserkundungen   im sozialen Bereich, Hotel-/Gastgewerbe Handwerk, Dienstleistungsbereich

  

Bewerbertraining   bei Versicherungen

  

Arbeitsamt,   Sozialversicherungen

  

Lebensplanung

  

Workshop   „Überschuldung“ bei der Stadtsparkasse Köln

  

Ämtergänge

  

 

2.5      Kommunikation im Kollegium

An unserer Schule finden in regelmäßigen Abständen Fachkonferenzen und Stufenkonferenzen statt. Es werden ebenso regelmäßig Fachabsprachen auf den einzelnen Stufen getroffen.

In der Vergangenheit wurden einmal pro Schulhalbjahr ganztägige pädagogische Konferenzen durchgeführt. Diese werden auch in Zukunft beibehalten. Bei besonderer Thematik laden wir Moderatoren dazu ein. 

Jährlich werden ein Lehrerausflug und ein Weihnachtsessen von Kollegen/Kolleginnen organisiert. Dieses dient der Förderung des Gemeinschaftsgefühls.

Zur Zeit gibt es eine Gruppe von Kollegen, die sich als Steuergruppe für die Erarbeitung des Schulprogramms zur Verfügung gestellt hat. Sie nimmt  Anregungen aus dem Kollegium entgegen und begleitet die weitere Schulentwicklungsarbeit.

Zwei Entwicklungsschwerpunkte gilt es festzuhalten:

Der Informationsfluss braucht mehr Durchlässigkeit.

Ein Fortbildungsbedarf besteht im Gesprächstraining. Daher ist die Konfliktberatung mit kollegialer Fallberatung geplant.

2.6      Schulleben

Unsere Schule zeichnet sich durch ein aktives Schulleben aus. Ziel verschiedener Aktivitäten ist die Förderung des Wir-Gefühls und der Schulgemeinschaft d.h. Kooperation von LehrerInnen, Schülern und Schülerinnen und Eltern.

Die Einbindung in die Gemeinschaft ergibt möglicherweise eine Identifikation mit der eigenen Schule. Gemeinsame positive Erlebnisse erhöhen die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und motivieren für die weitere unterrichtliche Arbeit.

3.     Entwicklungsziele für die Schuljahre 99/00 und 00/01

3.1      Entwicklungsziel: Schulleben

Entwicklungsschwerpunkte im Rahmen des Schullebens sind:

Einschulungsfeier

Tag der „Offenen Tür“

Sportfest

Abschlussfest

Schulfest (alle 2 Jahre)

Einschulungsfest und Abschlussfest sind die Eckpfeiler der Schullaufbahn einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers. Es gilt, die Lernenden mit dem Einschulungsfest in die Schulgemeinschaft aufzunehmen, um ihnen den Einstieg in die neue Schule zu erleichtern.

Vorab wollen wir den Eltern der zukünftigen Schülerinnen und Schülern mit dem Tag der „Offenen Tür“ eine Entscheidungshilfe bieten. Dazu gehören Einblicke in die Schullaufbahn, Stundentafeln, Fachbereiche, Ergebnisse von Projekten und Schülerarbeiten sowie die Dokumentation unseres Schullebens anhand von Fotos und Beiträgen der Schülerzeitung.

Für die ersten beiden Feste sind die Planungsvorlagen bereits beigefügt. Weitere Planungen folgen!

3.2      Entwicklungsziel: Schulordnung

Mit unserer Schulordnung wollen wir ein Regelwerk gestalten, das der Entwicklung des Gemeinschaftssinns dient und die Grundlage dafür bietet, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen. Dabei konzentrieren wir uns auf folgende Aspekte:

Umgangsformen, in denen sich Achtung und Respekt ausdrückt, Sauberkeit und Pünktlichkeit.

Zur Entwicklung der Schulordnung sehen wir folgende Schritte vor:

Erarbeitung von Klassenordnungen und möglichen Sanktionen bei Fehlverhalten durch alle Klassenlehrer/Klassenlehrerinnen mit ihren Schülern und Schülerinnen.

Unter Erarbeitung verstehen wir: Regeln aufstellen, diese einsichtig machen, deren Einhaltung kontrollieren (ständiger Prozess), Maßnahmen im Falle der Nicht-Beachtung benennen

Abgleichen der Klassenordnungen mit den Parallelklassen und Erarbeitung einer Stufenordnung (bis 02.05.2000)

Ermittlung der Essenz aller Stufenordungen und Formulierung dieser zur Schulordnung (bis Ende des Schuljahres)

Diskussion und Konsensbildung im Kollegium

Verabschiedung durch die Schulkonferenz zu Beginn des Schuljahres 2000/01


3.3      Entwicklungsziel: Jahrespraktikum/Unterricht Stufe 10

Eine Neustrukturierung des Unterrichts in 10A, bezogen auf das Jahrespraktikum, ist Entwicklungsschwerpunkt.

Das Jahrespraktikum nimmt im Schuljahresablauf  großen Raum ein und bestimmt den Verlauf des Unterrichts wesentlich. Es werden immer wieder neue, aktuelle  Gesichtspunkte aufgeworfen, die unmittelbar im Unterricht aufgearbeitet werden müssen. Es bietet sich daher an Unterrichtsinhalte in Epochen zusammenzufassen, um thematische Zusammenhänge transparent zu machen und sicherzustellen.

Basierend auf den konkreten Erfahrungen im laufenden Schuljahr muss ein entsprechendes Konzept in der nächsten Zeit detaillierter erarbeitet werden.

4.     Evaluation

4.1      Streitschlichtung

Mit Beginn des Schuljahres 99/00 werden im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes in der Stufe 9 Schüler und Schülerinnen von zwei hierfür ausgebildeten Lehrerinnen zu Streitschlichtern ausgebildet. Wir erwarten, dass zum Ende dieses Schuljahres das Training soweit abgeschlossen ist, dass im kommenden Schuljahr die Schüler und Schülerinnen Streitigkeiten in der Orientierungsstufe schlichten können. Die praktizierenden SchlichterInnen erhalten einmal wöchentlich von den Trainerinnen eine Supervision. Während der Schlichtungszeiten steht eine der Trainerinnen für Problemfälle zur Verfügung.

Am Ende des kommenden Schuljahres wollen wir folgende Kriterien für die Streitschlichtung evaluieren:

Annahme des Angebotes „Streitschlichtung“ durch die Schüler in der Orientierungsstufe.

Kompetenz der ausgebildeten SchlichterInnen

Annahme/Unterstützung seitens des Kollegiums

Organisation

Zu 1.   Durch die Streitschlichtungsprotokolle kann festgestellt werden, wie oft die SchülerInnen das Angebot genutzt haben. Desweiteren geben diese Protokolle auch Aufschluss über den Erfolg. Denkbar wäre hier auch eine Schülerbefragung in der Eingangsstufe.

Zu 2.   Durch die Supervision sowie auch die erfolgreichen Streitschlichtungen kann die Kompetenz der SchlichterInnen überprüft werden.

Zu 3.   Zur Evaluation dieses Kriteriums werden wir eine Konferenz vorbereiten. Die Kollegen bewerten den Erfolg des Mediationsangebotes im Hinblick auf:

ruhigere Unterrichtsatmosphäre in der Orientierungsstufe

positiveres Sozialverhalten der SchülerInnen

Grad eigener Entlastung

Die Trainerinnen bewerten das Ausmaß der Unterstützung der Kollegen unter folgenden Gesichtspunkten:

Werbung für die Nutzung des Angebotes bei den Schülern

Freistellen der SchülerInnen zur Mediation

Ausgleich für die Zusatzbelastung der Trainerinnen

Zu 4.   Hinsichtlich der Organisation ist zu überlegen:

Ist die Ausbildung im WPU sinnvoll oder soll sie in eine AG verlegt werden?

Soll die Möglichkeit zur Schlichtung täglich in den Pausen gegeben sein oder reicht ein reduziertes Angebot?

Ist eine Umorganisation der Aufsicht erforderlich?

Wie ist die Supervision durchzuführen?

Wie erfolgt die Bewertung der StreitschlichterInnen auf dem Zeugnis?

Aufgrund dieser Ergebnisse werden wir entscheiden, ob das Angebot Streitschlichtung eventuell geändert, unverändert fortgesetzt oder ganz gestrichen wird.

Laut Protokoll der Lehrerkonferenz vom 08.06.99 wird diese Evaluation im Sommer 2001 stattfinden.

4.2      Schulleben

Bestandsaufnahme:

Ein aktives Schulleben stärkt das WIR-Gefühl in der Schule. Dies gilt es zu intensivieren.

Zielerklärung, Zielvereinbarung:

Wir verstehen uns als Team und wollen gemeinsam unser Schulleben gestalten. Einschulungsfest, Sportfest und Abschlussfest genießen in diesem Schuljahr Prioritäten.

Arbeitsplanung: Ziele, Aufgaben, Erfolgskriterien:

Die Schullebengruppe, bestehend aus 8 Kollegen und Kolleginnen übernimmt in diesem Arbeitsfeld die Planung unter Einbezug des gesamten Kollegiums.

Mit Hilfe von MIND MAPS werden alle Gedanken des Kollegiums strukturiert festgehalten, um nicht jedes Jahr wieder bei „Null“ anfangen zu müssen. Organisatorische Dinge (z.B. Ansprechpartner, Telefonnummern, GÖS-Projekte, Termine) sollen so festgehalten werden, dass man sie in Zukunft nur noch durchgehen, abhaken bzw. ergänzen braucht.

Umsetzung:

Die Steuergruppe wählt aus den vielen Möglichkeiten die aus, die im Hinblick auf die derzeitige Schülerschaft und äußeren Umstände (z.B. Raum- und Hallennutzung, finanzielle Mittel) attraktiv und umsetzbar sind.

Evaluation:

Laut Mehrheitsentscheidung der Konferenz vom 29.02.2000 (s. Protokoll Hr. Dimmer) sollen im Anschluss an die jeweiligen Veranstaltungen gezielte Besprechungen innerhalb des Kollegiums folgen. Positive und negative Anmerkungen können vorerst auf den MIND MAPS festgehalten werden, die dann Auswirkungen auf die nächsten Feste haben werden. Beim Einschulungs- und Sportfest werden Eltern und Schüler zusätzlich durch Kartenabfragen in den Evaluationsprozess integriert (z.B. Hausaufgabe; Schüler und Eltern füllen gemeinsam die Karten aus). Kartenabfragen können einfach und ohne großen Vorbereitungsaufwand durchgeführt werden.

 4.3      Jahrespraktikum

Das Jahrespraktikum wurde in diesem Schuljahr zum zweiten mal durchgeführt und soll in Zukunft fester Bestandteil des Schulprogramms sein.

48 Schüler der Klassen 10A nahmen daran teil. Das Praktikum fand jeweils am Dienstag statt und umfasste acht Arbeitsstunden (Vollzeitstunden). Außerdem hatten die Schüler 23 Wochenstunden Unterricht. Die Fächer Wahlpflichtunterricht und Sport entfielen, Englisch wurde mit 2 Wochenstunden abgedeckt. Das Fach Arbeitslehre/Wirtschaft wurde fächerübergreifend mit dem Fach Deutsch erteilt, außerdem erfolgte die Benotung für Wirtschaft durch die im Praktikum erbrachten Leistungen, die auch anhand der Beurteilung durch die Betriebe belegt werden konnte.

Etwa die Hälfte der Schüler hat nach einem erfolgreich absolvierten Blockpraktikum in Klasse 9 für das Jahrespraktikum den gleichen Betrieb gewählt. Ein weiteres Drittel hat sich zwar für den gleichen Berufszweig wie in Klasse 9 entschieden, allerdings in einem anderen Betrieb. Die übrigen Schüler haben sich aufgrund ihrer Erfahrungen aus dem ersten Praktikum in einem anderen Berufsbereich orientiert. Die gesuchten Praktikumsplätze gehörten bis auf wenige Ausnahmen zu den Berufszweigen Handwerk, Handel und Dienstleistungen.

Zu Beginn des Schuljahres haben alle Schüler ein zweiwöchiges Einführungspraktikum absolviert, damit sie sich im Betrieb orientieren und auch der Betrieb den Schüler kennenlernen und besser einsetzen kann. Diese Regelung erwies sich als sinnvoll und notwendig und sollte auch in Zukunft beibehalten werden.

Bewertung durch die Schüler:

Am Ende des Schuljahres nahmen 44 Schüler an einer Befragung zum Jahrespraktikum teil. Sie bewerteten diese Praktikumsform durchweg positiv. Es war für sie neben einer interessanten Abwechslung zum Unterricht vor allem eine intensive Vorbereitung auf das Berufsleben.

Die Dauer des Praktikums machte es ihnen außerdem möglich, sich durch einen Wechsel beruflich noch einmal anders zu orientieren. Von dieser Möglichkeit haben 9 Schüler erfolgreich Gebrauch gemacht. Als Hauptgründe für einen Wechsel wurden angegeben, dass man sich die Arbeit anders vorgestellt habe, bzw. eine Ausbildung in diesem Betrieb nicht möglich war. Bestandteil der Befragung war außerdem die Einschätzung des Jahrespraktikums im Vergleich zum Blockpraktikum. Folgende Kriterien wurden bewertet:

Informationen über den Beruf erfahren

Anforderungen an den Beruf kennen lernen

Sicherheit in der Berufswahlentscheidung

Sicherheit im Auftreten

Die Einschätzung der Schüler fiel dabei für das Jahrespraktikum in allen Punkten prozentual wesentlich höher aus.

Bewertung durch die betreuenden Lehrer: Das Jahrespraktikum unterscheidet die ohnehin benachteiligte Schulform „Hauptschule“ entscheidend von den übrigen Schulformen. Damit wird gerade den Hauptschülern die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum unter Beweis zu stellen und sich am Arbeitsplatz einzubringen. Durch die regelmäßigen Besuche der betreuenden Lehrer in den Betrieben ergab sich ein viel intensiverer Kontakt. Auf im Betrieb auftretende Defizite einzelner Schüler im fachlichen und sozialen Bereich konnte im Unterricht direkter eingegangen und auch Abhilfe geschaffen werden.

Der Betreuungsaufwand wurde im zweiten Schulhalbjahr wesentlich höher, wenn es um die Entscheidung für einen Ausbildungsvertrag ging. Besonders in den kleineren Betrieben , die ihre Ausbildungsplätze häufig ohne Einstellungstests vergeben, war auch die Überzeugungskraft des Betreuungslehrers gefragt.

Der Motivationsschub durch das Jahrespraktikum bezog sich hauptsächlich darauf, dass die Schüler anders als beim Blockpraktikum das ganze Schuljahr über mit dem Thema „Ausbildungsplatzsuche“ beschäftigt waren, sich nicht nur im Praktikumsbetrieb sondern auch in anderen Betrieben beworben haben. Das regelmäßige Eingebundensein in die Arbeitswelt hat das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt. Sie fühlten sich ernst genommen und haben anfängliche Ängste überwunden. Das wiederum wirkte sich positiv auf Einstellungstests und Vorstellungsgespräche aus. Auch durch die regelmäßige Nachbereitung im Unterricht nahm diese Thematik von Beginn des Schuljahres an einen zentralen Raum ein.

Bewertung durch die Praktikumsbetriebe: Die Form des Jahrespraktikums für die Abgängerklassen wird von den Betrieben bevorzugt und auch gewünscht. Der Betrieb kann den Schüler über den längeren Zeitraum viel genauer beobachten und einschätzen. Durch den regelmäßigen Praktikumstag entwickelt sich ein besseres Verhältnis zwischen Betrieb und Schüler, bzw. umgekehrt.

Für die Betriebe sind die Schüler eine fest eingeplante Arbeitskraft. Sie werden im Laufe der Zeit mit vielfältigen Tätigkeiten vertraut gemacht und in Arbeitsabläufe eingebunden, wie es in diesem Maße in einem Blockpraktikum nicht möglich wäre. Dies beweist auch die Tatsache, dass einigen Schülern in den Osterferien eine Aushilfstätigkeit gegen Bezahlung angeboten wurde. Das galt besonders im Handwerksbereich aber auch im Einzelhandel und im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Bilanz: 30 Schüler der Klassen 10A haben sich um einen Ausbildungsplatz bemüht. 22 Schüler hatten am Ende des Schuljahres einen Ausbildungsvertrag, 14 in ihrem Praktikumsbetrieb, eine weitere Schülerin schloss einen Arbeitsvertrag bei ihrer Praktikumsstelle ab. Ein solch positives Ergebnis konnten wir in den letzten Jahres nicht erreichen.

Empfehlung für die Weiterarbeit: Einführungspraktikum als fester Bestandteil des Jahrespraktikums, Betriebe unter dem Gesichtspunkt der Ausbildungsmöglichkeit noch gezielter auswählen, ausreichend Lehrerstunden zur Betreuung der Schüler.
M. Frank, Betreuungslehrerin

5.     Weiterarbeit

Neben den vorher schon aufgeführten Entwicklungsschwerpunkten wurden vom Kollegium folgende Themenbereiche zur Weiterarbeit in den nächsten Jahren angeregt:

Methoden und Arbeitstechniken zum selbstständigen Lernen verstärken.

Materialfundus für die Freiarbeit und Wochenplan erweitern

Computereinsatz als Unterstützung bei Differenzierung und als Übungsform verstärken

Hausaufgabenbetreuung/Förderkonzept ausbauen

Arbeitsgemeinschaften einrichten

Verbindliche fächerübergreifende Themen in den Stufen 5-10 (s.  S.   5) evaluieren

Sportunterricht (s. S. 6)

Religionsunterricht/Ersatzunterricht

Kooperation mit außerschulischen Partnern (13 plus, Sponsoring)

Kollegiale Konfliktberatung (s. S. 16)

Integration von Rückläufern aus Realschule u. Gymnasium

Die Reihenfolge der angegebenen Themenbereiche ist nicht Rangfolge.