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J. A. Comenius


 

Hinweis:  Das Schulprogramm wird zzt. neu überarbeitet.

Präambel

Im äußersten Süden von Köln im Stadtgebiet Zündorf liegt die Hauptschule Heerstraße, die Johann-Amos-Comenius Schule. Die Stadtrandlage prägt die Umgebung der Schule. Felder, das beliebte Ausflugsziel der „Groov“ in unmittelbarer Rheinlage und die zahlreichen Einfamilienhaussiedlungen lassen kaum die Vermutung aufkommen, in der Großstadt Köln zu sein.

Dem Ratsbeschluss der ehemaligen Stadt Porz verdankt die Johann-Amos-Comenius-Schule seit 1976 ihren heutigen Standort im Schulzentrum Zündorf. Hier leben und arbeiten wir zusammen mit den Schülerinnen und Schülern und den Kolleginnen und Kollegen von Realschule und Gymnasium.

Wir nutzen die Vorteile eines Schulzentrums (z.B. die ca. 20 000 Bände starke Lehrer- und Schülerbücherei, die eigenen Sportplätze), bewahren uns aber unseren Freiraum und die räumliche Trennung gegenüber den anderen Systemen, um uns ganz unserer Aufgabe, der Bildung und Erziehung der uns anvertrauten Schüler zu widmen. Orientierung zu geben, auch räumlich, hilft unseren Schülern, nicht nur  bei den ersten Schritten weg von der Grundschule hin in die Sekundarstufe I.

Die geographische Lage und das soziale Umfeld bedingt, dass das Einzugsgebiet der Schule sehr groß ist und wir in jedem Jahr die Fünftklässler aus ca. 10 Grundschulen aufnehmen. Daraus werden in der Regel drei Klassen gebildet. Diese Dreizügigkeit wird bis zur Stufe 10 durchgeführt und jeder Klassenlehrer begleitet seine Klasse. Zugunsten der Schüler, die einen qualifizierten Abschluss erreichen wollen, richten wir in dieser Stufe zusätzlich eine Klasse ein, um die Qualität dieses Abschlusses sichern zu können.

Zwischen 300 und 400 Schüler u. Schülerinnen werden so  auf ihren nächsten Lebensabschnitt vorbereitet.

In Zeiten, in denen Schule im Blickpunkt der Gesellschaft steht, in der sie verstärkt der Kritik und Schuldzuweisung verschiedenster gesellschaftlicher Gruppierungen ausgesetzt ist und doch häufig mit ihren Problemen alleingelassen wird, stellen sich die Kolleginnen und Kollegen der Hauptschule Heerstraße jeden Tag mit all ihren Kräften ihrer Aufgabe.

Wir wissen, dass Kinder lernen wollen und richten uns danach, indem wir unsere Schüler fördern und fordern. Damit haben wir ein Fundamentum, mit dessen Hilfe – so behauptet Johann-Amos-Comenius„die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen; in den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt“.

Köln, im März 2000

 


Leitsätze für unser Handeln

Wir sind ein Kollegium, das über pädagogisches Verhalten, unterrichtliche Ziele und eine gemeinsame Gestaltung des Schullebens Vereinbarungen trifft.

Wir sehen in unserer alltäglichen Arbeit einen bildungspolitischen Auftrag, Kindern mit

schwierigen Biographien zu helfen, einen akzeptierten Platz in der Gesellschaft zu finden.

Wir nehmen den Unterrichtsauftrag zur Wissensvermittlung und den Erziehungsauftrag zum sozialen Lernen wahr. Wir sorgen für ein Schulklima, in dem unsere Schülerinnen und Schüler Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein entwickeln und gute Leistungen erbringen können.

Wir fordern und fördern Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernbedingungen.

Wir überprüfen unsere Unterrichtsangebote bezogen auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler.

Wir entwickeln in den Fachkonferenzen/Stufenkonferenzen Konzepte für schülerorientiertes Arbeiten.

Wir berücksichtigen den Fortschritt in Wissenschaft und Forschung bei der Auswahl der Bildungsinhalte.

(Wir bilden uns fort.)

                Wir übernehmen Aufgaben und die Mitverantwortung für die Gestaltung unserer Schule für die Zukunft.

 


Unterricht

  • Die Hinführung zu Selbsttätigkeit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind die obersten Leitziele unseres Unterrichts.

  • Wir machen unsere Schülerinnen und Schüler vertraut mit elementaren Lern-, Arbeits-, Gesprächs- und Kooperationstechniken.

  • Durch Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit wird ihre Teamfähigkeit geschult. Dabei lernt er/sie den Umgang mit verschiedenen Lernstrategien kennen.

  • Der fächerübergreifende sowie der handlungsorientierte Unterricht sollen den Schüler/die Schülerin befähigen, lebensnah an bestimmten Fragestellungen zu arbeiten. Dabei ist der Kontakt zu außerschulischen Institutionen nützlich. Die Schulbibliothek dient als zusätzlicher Lernort.

  • In Teambesprechungen werden unter anderem Parallelarbeiten vor- und nachbereitet, so dass ein ständiger Vergleich bezüglich des Erreichens der Lernziele gegeben ist.

  • Unterrichtsreihen, Unterrichtsgänge und Projektwochen stärken das „Wir-Gefühl“ von Klasse und Stufe.

In jeder Doppelstufe werden verbindliche Themen fächerübergreifend behandelt. Die Themenfindung erfolgte in Konferenzen auf der Basis der Richtlinien unter Berücksichtigung von Elternanregungen und Schülerinteressen.

 Stufe 5/6 >  Wir lernen uns kennen

                  >  Wir arbeiten mit verschiedenen Werkstoffen

                  >  Migration

Stufe 7/8 >  Gesundheitserziehung –Suchtverhalten

                  >   Jugendkriminalität

                  >   Freizeit

Stufe 9/10 >    Medien

                    >   Berufswahlvorbereitung

                    >   Lebensplanung

Fachunterricht

  • Der Fachunterricht in unserer Hauptschule orientiert sich in den aufgeführten Fächergrupen
    (Sp, AH/AT, Ku/Tx, NW) an den Prinzipien der Handlungsorientierung.

  • Ganzheitliches Lernen im Hinblick auf Basisqualifikationen steht im Mittelpunkt der Konzeption, so dass wesentlich der Aspekt der praktischen Arbeit in Planung und Durchführung von Werkstücken, Kunstobjekten, naturwissenschaflichen Experimenten etc. zum Tragen kommt.

 

Unterricht in der Orientierungsstufe

Da die Schüler unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen, ist eine innere Differenzierung erforderlich. Diese wird u.a. durch Wochenplan- und Freiarbeit umgesetzt. Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht dienen dem Aufarbeiten  von Lerndefiziten.

Regelmäßig stattfindende Autorenlesungen sowie Vorlesewettbewerbe fördern das Leseinteresse und das Beschäftigen mit Literatur.

Arbeitstechniken, die in Stufe 5 besonders trainiert werden, sind:

Ø      Aktives Zuhören (einzuüben mit Hilfe von Kästchendiktaten, Aufmerksamkeitstrainings, Begrüßungsritualen)

Ø      Arbeitsplatzgestaltung (dazu angeschafft und eingeführt: Ordnungsmaterialien wie Ordner und Ablagefächer, Ordnungsdienst und Tafeldienst)

Ø      Heftgestaltung

Ø      Zusammenarbeit/Gruppenarbeit (einzuüben mit Hilfe von Spielen, Kreisgesprächen und Interviews)

Ø      Lernstrategien (Vokabellernen im 5er-Lernschritt mit Lernkasten)

Für Stufe 6 gilt:

Arbeitsplatzgestaltung (dazu gehört auch: Klassenraumgestaltung nach Jahresrhythmus und Festen, eine Leseecke, Boxen für Material, Präsentation von Arbeitsergebnissen, Pinwand für Termine)

Ø      Heftgestaltung (s.o.)

Ø      Lesetechniken

Ø      Arbeitsplanung (Wie übe ich eine Klassenarbeit?)

Ø      Lernstrategien (s.o.)

Stufe 7/8

In den Stufen 7/8 sehen wir den erzieherischen Schwerpunkt in der Begleitung der Jugendlichen bei ihrer Identitätsbildung, der Entwicklung von Ich-Stärke innerhalb ihrer Peergroup und dem disziplinierten Umgang mit sich selbst und anderen.

Im Hinblick auf die künftige Berufsfindung  versuchen wir sie zu unterstützen in ihrer Fragestellung:

Wer bin ich? – Was kann ich? – Was will ich?

Die methodischen Schwerpunkte dieser Stufe sind:

Ø      sich selbstständig informieren  (Duden-Training, Nachschlagewerke kennen  und benutzen lernen, Bibliothek selbstständig nutzen).

Ø      Strukturierung von Informationen

Ø      Erweiterung der Lesetechniken

Ø      Organisation von Arbeitsschritten


Unterricht in Stufe 9/10

 

 Der Unterricht in dieser Stufe steht ganz im Zeichen der Orientierung

„Was kommt nach der Schule?“

Dies beinhaltet für den Schüler eine individuelle, eine inhaltliche und eine soziale Qualifizierung  in größtmöglichem Umfang.

Schwerpunkte sind das Praktikum in der Stufe 9 und das Jahrespraktikum in der 10 A.

Arbeitstechniken:

Ø      Systematische Textarbeit und –analyse

Ø      Kommunikationstraining (Bewerbungstraining)

Ø      Informationen beschaffen, nutzen

Ø      Organisation von Arbeitsschritten

Arbeiten mit dem Computer

Der Bedeutung des Computers im täglichen Leben wird die Schule gerecht durch seinen Einsatz und Gebrauch bei

Ø      der Textverarbeitung (Bewerbung, Lebenslauf,...)

Ø      der Nutzung des Internet für fachbezogene Recherchen

Ø      dem Einsatz von Lernprogrammen

Ø      der Erstellung einer Schülerzeitung (Textverarbeitung, grafische Gestaltung, Infos aus dem Internet)

 

Werte, die unsere Erziehungsarbeit tragen:

Selbstständigkeit

  • Lebenstüchtigkeit entwickeln

  • Selbstkritik

  • Selbstbewusstsein

  • Identitätsbewusstsein

 

 

Verantwortungsbewusstsein

  • Für sich selbst

  • Für andere

  • Für besondere Aufgaben

  • Sauberkeit (Klasse,
    Gebäude, Ranzen, Hefte,
    Bücher, Arbeitsplatz, ...)

  • Selbstkontrolle

Ehrlichkeit

  • vor sich selbst

  • gegenüber anderen

 


Leistungsbereitschaft

  • Anstrengungsbereitschaft

  • Aufgabe des  „Lustprinzips“ zugunsten von Anstrengungsbereitschaft ( zu erreichen durch Erfolgserlebnisse, positive Verstärkung)

 

Pflichtbewusstsein

  • Hausaufgaben

  • regelmäßiger Schulbesuch

  • Pünktlichkeit (zu Schulbeginn,

  • nach den Pausen, bei Terminen)

 

 

Gemeinschaftssinn

  • vorgegebene Regeln einhalten können

  • Hilfsbereitschaft

  • Teamfähigkeit
    (gemeinsam arbeiten  und spielen)

  • Schuldbewusstsein entwickeln

  • in der Lage sein zuzugeben,
    etwas  falsch gemacht zu haben

Achtung

  • Selbstachtung

  • Achtung vor allem,
    was lebt

  • Achtung der Mitmenschen

  • Achtung der Umwelt

Erziehung

Ø      Unsere Erziehungsarbeit wird von den oben genannten Werten getragen.

 Werteerziehung findet auf verschiedenen Ebenen (nämlich auf der Ebene der Unterrichtsinhalte,
 der  Unterrichtsmethoden, der täglichen Erziehungsarbeit und der Elternarbeit) statt.

Ø      Erwachsene haben dabei eine Vorbildfunktion, die sich bei den Lehrern z.B. in der Gestaltung ihrer Teamarbeit zeigt. Dabei beachten wir:

  • Verschiedene Charaktere von Lehrerpersönlichkeiten müssen bereit sein zur Zusammenarbeit,

  • Offenheit und Akzeptanzbereitschaft gegenüber unterschiedlichen Standpunkten (Teamfähigkeit)

  • Gemeinsame Unterrichtsvorbereitung, so dass auch bei Vertretungsunterricht sinnvoll weitergearbeitet werden kann

  • Ständige Vor- und Nachbesprechungen
    (Teamgespräche der Klassenlehrer, Stufenkonferenzen)

  • Gleichmäßige Verteilung von Arbeitsbelastung (dadurch entsteht auf Dauer eine Entlastung der einzelnen Kollegen im Team)

  • Viele Fächer werden von Parallelklassenlehrern abgedeckt ( Schüler erhalten dadurch mehrere feste Bezugspersonen, da jeder Kollege auch Verantwortung für die Parallelklassen übernimmt).

  • Wir–Gefühl innerhalb der Stufe bauen wir auf durch gemeinsame Feiern, Ausflüge und Klassenfahrten.

Ø      Wir nehmen uns Zeit für erzieherische Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern und für Elterngespräche.

Ø      Die KlassenlehrerInnen decken in den unteren Klassen möglichst viele Fächer in der eigenen Klasse ab, denn

  • die Schüler benötigen eine feste Bezugsperson;

  • die KlassenlehrerInnen lernen verschiedene Facetten der Schülerpersönlichkeit in den unterschiedlichen Fächern kennen und können aufgrund dieser Kenntnis von Stärken, Schwächen und besonderen Begabungen der Schüler durch gezielte Förderung die Schullaufbahn positiv beeinflussen;

  • es erleichtert die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Ø      Wir sehen es als unsere Aufgabe an, mit außerschulischen Institutionen zusammenzuarbeiten, um SchülerInnen und ihren Familien bei persönlichen und sozialen Problemen ( Unruhe und Konzentrationsschwäche, Sucht, Misshandlung, Sexueller Missbrauch) Hilfestellung zu geben (Beratung).

Ø      Wir möchten die Demotivation unserer Schüler und Schülerinnen in der Eingangsstufe  aufheben und ihre persönlichen Lerndefizite abbauen. Deshalb ist einer unserer Arbeitsschwerpunkte in der Orientierungsstufe die individuelle Förderung, mit der wir eine neue Leistungsmotivation aufbauen. Ein einheitliches Konzept dazu wird noch erarbeitet.

Ø      Es wird im Unterricht dafür geworben, dass auch beim Berufspraktikum Mädchen typische „Männerberufe“ und Jungen typische „Frauenberufe“ kennen lernen, um ihre Berufsperspektiven über die traditionellen Geschlechterrollen hinaus zu erweitern.

Ø      Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern helfen, mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Dazu bilden wir Schüler und Schülerinnen ab der 9. Klasse zu Streitschlichtern aus.